Geschichte

Es ist nicht genau bekannt, wann die ersten Siedler auf den Malediven ankamen und woher sie stammten. Es ist jedoch anzunehmen, dass sie von Indien und Sri Lanka aus zu den Inseln gesegelt sind, und zwar bereits im 5. Jh. v.Chr. Der aus Indien und Ceylon eingeführte Buddhismus existierte auf den Malediven im 3. vorchristlichen Jahrhundert.

Die Malediven liegen in der Mitte einer der ältesten und wichtigsten Schifffahrtrouten der Welt zwischen Arabien, Ostafrika, Indien und dem fernen Osten. So legten regelmässig arabische Kaufleute und Reisende auf dem Weg in den fernen Osten auf den Inseln an, deren Einfluss spürbar und mit der Zeit allmählich vorherrschend wurde. So besuchte der Marokkaner Abu Barakaath Yusuf al-Barabary den Archipel und bekehrte die Malediver 1153 offiziell zum Islam.

Zwischen 1558 und 1573 waren die Malediven von den Portugiesen besetzt, der einzigen Fremdherrschaft in der Geschichte. Es waren 15 Jahre Schreckensherrschaft für das Volk. Der von den Portugiesen eingesetzte Regent, Hauptmann Andreas Andre, wollte die Bevölkerung zum Christentum bekehren. Die Malediver konnten wählen zwischen Bekehrung oder Tod, was zu erbittertem Widerstand führte, den sie mit einem hohen Blutzoll bezahlten. Die Insulaner ergaben sich ihren Besetzern nie und führten über Jahre einen Guerillakrieg gegen die Portugiesen; zudem machten die geographischen Gegebenheiten eine vollständige Kontrolle über das Land praktisch unmöglich. So erhob sich denn auch auf den weit entfernten Inseln im Norden ein neuer maledivischer Führer. Mohammed Thakurufaanu, der Sohn eines Häuptlings, landete 1573 mit seinen Rebellen in Male, die portugiesische Garnison fiel unter dem Überraschungsangriff und die Macht Portugals über die Malediven war gebrochen. Der siegreiche Thakurufaanu wurde nicht nur der neue Sultan, sondern blieb bis heute der berühmteste Nationalheld des Landes. Im 17. Jh. stand das Sultanat unter der Oberhoheit des holländischen Ceylon. Stets waren die Malediven mitbetroffen von den Ereignissen in Sri Lanka. 1796 entrissen die Briten den Holländern die Macht über Ceylon und übernahmen gleichzeitig die Schutzherrschaft über die Nachbarinseln. 1834 erstellte Robert Moresby, ein britischer Marinekommandant, detaillierte Karten des Archipels, welche heute noch benutzt werden. 1887 wurden die Malediven dann zum britischen Protektorat. Während des zweiten Weltkrieges eröffneten die Engländer einen Luftwaffenstütz-punkt auf der Insel Gan. 1954 wurde das Sultanat wieder hergestellt und 1965 schliesslich wurden die Malediven unabhängig. Die letzten Engländer verliessen 1976 den Luftwaffenstützpunkt auf Gan im Addu Atoll. Nach einer Volksabstimmung wurde die Republik ausgerufen. 2008 verdrängte der Oppositionspolitiker Mohamed Nasheed in den ersten freien Wahlen den langjährigen Präsidenten Maumoon Abdul Gayoom, der seit 1978 an der Macht war.