Wirtschaft

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Gemäss einer Einstufung der UN zählten die Malediven noch vor einigen Jahren zu den ärmsten Ländern der Welt, obwohl sie statistisch betrachtet eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen Asiens (USD 4‘212 Stand 2009) hatten. Das Pro-Kopf-Einkommen der Malediven ist in den letzten Jahren jedoch kontinuierlich gestiegen und so zählen die Malediven gemäss UN-Kriterien heute zu den "Upper Middle-Income-Countries". Der Tourismus ist der grösste Wirtschaftszweig des Landes. Er trägt rund 30% zum Bruttoinlandprodukt (BIP) bei und erbringt mehr als 60% der Deviseneinnahmen. Über 90% der Steuer- und Zolleinnahmen sind tourismusbezogen. Leider profitieren nur wenige Malediver direkt davon, da der überwiegende Teil der Pächter ausländische Investoren und Unternehmen sind. Ebenso sind viele der besseren Jobs im Hotelmanagement oder Baugewerbe mangels qualifizierter einheimischer Arbeitskräfte von Ausländern besetzt. So stammen auch viele ausländische Mitarbeiter auf den Touristeninseln aus anderen Ländern wie Indien, Sri Lanka, Bangladesch, Indonesien oder den Philippinen.

Der zweitgrösste Industriezweig ist die Fischerei (ca. 11% der Erwerbstätigen). Pro Jahr werden ungefähr 105‘000 Tonnen Fisch gefangen, wovon die Thunfische in etwa 90% ausmachen, die tiefgekühlt oder in Kon-serven weltweit exportiert werden.

Aufgrund der sandigen Böden spielt die Landwirtschaft nur eine geringe Rolle; es werden Hirse, Mais, Süsskartoffeln und Zuckerrohr angepflanzt. Reis wird importiert. Die wichtigste Nutzpflanze für den Export ist die Kokospalme, aus der Kopra, Kokosfasern und Kokosnussöl gewonnen werden.

Auf entfernteren Inseln etablieren sich zunehmend Handwerksbetriebe wie Bootswerften und Werkstätten für Souvenirs.